13.05.2020 Corona- und verstörende Zahlen

"In der Corona-Krise gehen Menschenleben vor Wirtschaft. Warum gilt das gleiche Prinzip nicht auch bei anderen globalen und nationalen Problemen?" So fragt Daniela Dahn („Der Freitag“ vom 23. April 2020).

Das energische Durchgreifen der Politik im Namen der Humanität ist nachvollziehbar. Es kann aber auch verstören, wenn man weiß, dass Millionen Menschen bei anderen weltweiten und nationalen Katastrophen sterben, gesellschaftlich unbetrauert bleiben, medial weitestgehend sogar ignoriert werden.

Dazu u.a. von der WHO verbürgte Zahlen:
7 000 000 Tote jährlich durch Luftverschmutzung weltweit, 550 000 in Europa, 37 000 in Deutschland und jährlich sterben 20 000 Menschen an in deutschen Krankenhäusern lauernden Keimen (lt. Studie des Robert-Koch-Instituts).

Zahlen, die unsere Wohlstands-Party anzählen. Eine Rückkehr zum gewohnten Leben scheint uns einem „Rette sich wer kann“ zu gleichen, und zwar ins untere Deck der sinkenden Titanic.

Klimaplakat

Wir meinen, dass es  mit und nach dem Coronavirus mehr den je breite gesellschaftliche Bündnisse für‘s Gemeinwohl braucht, die sich u. a. für Auflagen in Landwirtschaft, im Verkehrs- und Gesundheitsbereich einsetzen – mit der „Wirtschaft“ zugunsten von Menschenleben.

Bleibt widerständig - nicht nur gegen das Virus!
Brigitte Gläser und Marcel Hackler
Ev. Akademie Oldenburg