08.04.2020 Atemmasken statt Autos herstellen, füreinander tätig sein statt Geldvermehrung

„Ich möchte Dir sagen / wir mussten anhalten. / Wir haben es gewusst. / Wir alle haben gespürt / unser rasendes Tun war am Ende / ständig mit Sachen beschäftigt / die alle außerhalb von uns sind / jede Stunde durchzurütteln / um alles aus ihr rauszuholen.“
Gedichtzeilen von der Lyrikerin Mariangela Gualtieri, Italien 9. März 2020

Die Pandemie lässt uns die diesjährige vorösterliche Fasten- und Passionszeit ganz anders wahrnehmen:
Ruhe, die etwas Gespenstisches hat, Verzicht, der mit Freiheitsentzug einhergeht, kein Händedruck, keine Umarmung - zu spüren, wie sehr wir darauf angewiesen sind,
keine Vergesellschaftung wohlwissend, dass wir die Krise nur zusammen durchstehen.
„Wir halten uns tapfer“ höre ich von einer Freundin, die das „Ausgehgebot“ im Einfamilienhaus mit Garten verbringt.
Doch wie anders erleben Flüchtlinge die ihnen vielerorts verordnete Quarantäne? Wie „tapfer“ müssen diejenigen sein, die zuerst durch unser „rasendes Tun“ vom eigenen Land vertrieben und nun schutzlos den Folgen des Virus ausgesetzt sind.

Geht da was? Über die Fastenzeit hinaus: Atemmasken statt Autos herstellen, füreinander tätig sein statt Geldvermehrung... ! Geht da was?

Bleiben Sie widerständig - nicht nur gegen den Virus!
Frohe Ostern wünschen
Brigitte Gläser und Marcel Hackler
Ev. Akademie

 

Schwerter zu Pflugscharen

„Schwerter zu Pflugscharen“ zitiert aus der Bibel (Mi. 4,1f.), wurde ab 1980 das zum Symbol staatsunabhängiger Abrüstungsinitiativen in der DDR, das auch Teile der westdeutschen Friedensbewegung übernahmen.