06.08.2020

HOPE KANT HELP(S)

„Hoffen als moralische Pflicht“, so die Philosophin Susan Neiman im ZEIT-ONLINE-Interview mit Elisabeth von Thadden am 19. Juli 2020.

Dieser Satz spricht mich an. Was für ein steiler Einstieg, der mich in meinem kirchlichen Kontext aufhorchen lässt. Zu oft vermute ich hinter dem gebetsmühlenartig ausgesprochenen Hoffnungsbegriff unserer Kirche eine Sackgasse, an deren Ende der liebe Gott persönlich sitzt und es für mich nichts mehr zu tun gibt. Hoffnung als moralische Pflicht zum Handeln aufzufassen, eröffnet ganz andere Räume. (Marcel)

Prof. Dr. Susan Neimann  Prof. Dr. Susan Neiman

Einen solchen Raum öffnet Susan Neiman, wenn sie darüber nachdenkt, was die Black Lives Matter Bewegung mit Corona zu tun hat? Für Neiman offenbart die Pandemie gesellschaftliche Schwachstellen und gleichzeitig unverhoffte Handlungsfelder: „Die Pandemie zeigt … jeder und jedem: Jetzt ist möglich, was zuvor als unmöglich galt. Sie setzt die Menschen in Bewegung ….wenn Kant vom Hoffen spricht, dann geht es ihm nicht um ein naives Gefühl, sondern um eine moralische Pflicht. … Um handeln zu können, müssen wir hoffen.“

Mehr dazu, von zwei der von uns für diesen Winter geladenen Referentinnen im ZEIT ONLINE Gespräch unter: https://www.zeit.de/kultur/2020-07/susan-neiman-black-lives-matter-coronavirus/komplettansicht