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Sonntag, 27. Januar 2019

„Back to the Fatherland“

Filmnachmittag mit Gästen
Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Jan-27 Auschwitz
Cine k, Bahnhofstr. 11, Oldenburg
Beginn: 17.00 Uhr (geänderte Anfangszeit!)

In ihrem Dokumentarfilm „Back To The Fatherland" begleiten die Regisseurinnen Kat Rohrer und Gil Levanon zwei junge Israelis, Dan und Guy, die, wie viele junge, liberale und säkulare Israelis, nach Deutschland und Österreich auswandern – in die Region der Erde, in dem ihre Vorfahren während des Zweiten Weltkriegs systematisch verfolgt und hingerichtet wurden.

Jan-27 Dan Peled   Der Bildhauer Dan Peled wird von seiner Großmutter Lea gezeichnet

Die Filmemacherinnen erhoffen sich von der Begegnung mit Dan und Guy, die eigene Geschichte hinter sich lassen zu können. Gil ist nämlich die Enkelin eines Holocaustüberlebenden, während Kat die Enkelin eines Nazi-Offiziers ist.

Jan-27 Gil Levanon und Kat Rohrer   Die Regisseurinnen Gil Levanon und Kat Rohrer

Im Verlaufe des Films dokumentieren sie jedoch auch die Auseinandersetzungen von Dan und Guy mit ihren jeweiligen Familien. So ist etwa Dans Großmutter Lea strikt gegen den Umzug ihres Sohnes, während Guys Großvater Uri, selbst Holocaustüberlebender, die Entscheidung seines Enkels als Einziger unterstützt.

Von der zum Film anreisenden Regisseurin Kar Rohrer - sie wird begleitet von Dan Peled, einem der Protagonisten des Films - stammt folgendes Statement:

„Nur ein kurzer Moment: Ein junger Mann, in seinen Zwanzigern spaziert mit einem Deutschen Schäferhund den Strand in Tel Aviv entlang. Wenn ich, Kat, einen Deutschen Schäferhund sehe denke ich nur an eines: Konzentrationslager, Nazi Uniformen, Hitler höchstpersönlich. Ich bin mit einem umfangreichen Geschichtsunterricht zum Holocaust, mit Archivmaterial über die Nazizeit und Filmen wie „Schindler Liste" und „Der Pianist" groß geworden.

Jetzt aber lassen mich diese Fragen nicht mehr los: Wie kann ein junger Israeli einen Deutschen Schäferhund besitzen? Warum suchen seit Jahren immer mehr junge Israelis ein neues Leben in Deutschland und Österreich?

Höchstwahrscheinlich ist ihre Familiengeschichte tief mit dem Holocaust verwoben. Wie kann jemand diese Bilder der Vernichtung ausblenden? Wie kann jemand die Geschichte ignorieren. Oder stelle ich die falschen Fragen?

Bin ich, als dritte Generation der Täterseite, beschwerter und belasteter als mein israelisches Vis-à-vis. Wie kann die dritte Generation der Opfer unbekümmert in Wien oder Berlin leben? Und wie reagieren ihre Großeltern, die vor der Vernichtung aus diesen Städten geflohen sind, auf den Entschluss ihrer Enkel, dort zu leben?

Ausgestattet mit diesen Fragen und dem starken Bedürfnis mehr zu erfahren, habe ich mich mit der Hilfe meiner israelischen Freunde auf eine Reise begeben. Ich wollte Menschen meines Alters finden, die Israel verließen, um in Deutschland oder Österreich zu leben.

Im Prozess des Filmemachens haben die Protagonisten die vierte Wand der Kamera durchbrochen. Und Gils und meine Geschichte wurden Teil der Reise. Im Zuge meiner Nachforschungen habe ich die Tiefe meiner Fragen erkannt und die langen Schatten der Vergangenheit gesehen. Es könnte die letzte Chance sein, diese zutiefst persönlichen Geschichten zu hören und Zeuge zu sein wie Großeltern und Enkel mit den offenen Wunden, die die Vergangenheit geschlagen hat, umgehen. Die Großeltern haben nach ihrer Flucht Israel aufgebaut, die junge Generation fühlt sich nun dort immer mehr an den Rand gedrängt und missverstanden. Der Film gibt dieser ungehörten Generation eine Stimme und spricht ein Generationen-Problem an, das sonst medial keine große Aufmerksamkeit erhält.“

Gäste:
- Kat Rohrer, Regisseurin und Produzentin
- Dan Peled, Bildhauer und einer der Protagonisten

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